Norngard

Norngard ist ein ärmliches Ritterlehen im Nordosten des Königreichs Middenfelz, dessen Ursprung auf die Besiedelung Engoniens durch die Ur-Caldrier zurückgeht. Bekannt ist Norngard für die bewegte Familiengeschichte der Norngarder, den Export von Torf und die starke Verbundenheit zur Göttin Nedra.

 

Geographie

Norngard Karte

Die Ländereien des Hauses Norngard liegen im nördlichen Teil der Baronie Salmar und umfassen den Großteil des Gebietes, das vor der Expansion der Ur-Caldrier dem alten andarranischen Stamm der Norngarder gehörte. Sie beginnen in den nördlichen Ausläufern der salmarschen Marschen und reichen nach Norden hin bis an die felsigen Klippen der Bucht von Turan. Im Westen grenzt das Lehen Norngard an die Ländereien des Fürsten Middenfelz und dem legendenumwobenen Elfenwald Lorinan, während im Osten der die Ufer des Japal Sees sowie der Fluss Sogur eine natürliche Grenze zwischen dem Land der Norngarder und der angrenzenden Provinz Andarra bilden.

 

Wirtschaft in Norngard

Die Fläche des Lehens Norngard umfasst etwa 140 km². Ein ungewöhnlich großes Gebiet für ein Ritterlehen, doch relativiert sich dies, wenn man bedenkt, dass gut ein Viertel des Landes aus Sümpfen und Mooren besteht. So verwundert es auch niemanden, dass die Landwirtschaft im südlichen Teil Norngards bei weitem nicht so ergiebig ist wie im Norden, denn hier breiten sich die Moore immer weiter aus. Dies verlangt von den Bauern hier viel harte Arbeit, um ausreichend Ernte einzubringen, damit der Zehnt geleistet werden kann und am Ende auch noch genug übrig bleibt, damit die Familie im Winter keinen Hunger leiden muss. Besser ergeht es hier den Torfstechern, die im Dienste derer von Norngard in die Moore ziehen und dem alten Rittergeschlecht einen bescheidenen Wohlstand erwirtschaften, da es im ganzen Reich einen hohen Bedarf an Torf gibt, das als Brennmaterial stark gefragt ist. Von den einstmals dichten Wäldern Norngards sind nur noch wenige Forste übrig geblieben, deren Bestände Generation für Generation weiter schwinden, um mehr Platz für Ackerland zu schaffen. Dazu trägt das geringe Interesse der Herren von Norngard an der Jagd bei. Einzig der Wald Norn, in dessen Mitte sich Nedras Tempel der Roten Hirsche befindet, wird nicht angetastet. Allerdings würde es niemand wagen, hier zu jagen oder Holz zu schlagen, denn die Jagd in diesem Walde ist das alleinige Vorrecht der Dienerinnen Nedras und die Bäume ihr heiliger Besitz.

 

Religion

Die Norngarder glauben mit Ausnahme von einzelnen Individuen, die in diesen Zeiten sehr selten geworden sind, an das engonische Götterpantheon. Die Herren von Norngard verehren, wie im Fürstentum Middenfelz üblich, mit besonderer Inbrunst den Kriegsgott Tior, dem zu Ehren ein Tempel in Burg Norngard steht. Die einfachen Menschen richten wie in allen zivilisierten Teilen Engoniens ihre Gebete an die volksnahen Göttinnen Lavinia und Naduria, aber insbesondere auch an die Göttin Nedra, die hier geschichtsbedingt eine lokale Verehrung genießt. Ihr zu Ehren wurde vor vielen Generationen der Tempel der Roten Hirsche im Walde Norn errichtet.

 

Wappen Norngards

Das alte Wappen Norngards zeigte einen goldenen steigenden Hirsch auf Grün-Schwarz gevierteltem Grund und erinnerte damit stark an das Provinzwappen Andarras, das einen goldenen steigenden Hirsch auf grünem Grund zeigte.

Während der Zeit des zweiten Brüderkrieges, nachdem der alte Bergolf von Norngard ermordet wurde und dessen Sohn Alaron als Vogt des Usurpators hier lebte, hing das Wappen des Lupus Umbra über den Toren der Burg Norngard hängt.

Tannjew, zweitgeborener Sohn des letzten Ritters von Norngard, bekräftigt damals aus seinem Exil in Caer Conway seinen Anspruch auf Titel und Lehen und ließ verkünden, das Wappen Norngards sei fortan neu gestaltet: Blau und Weiß geviertelt, wobei weiß die Herzfarbe sei. Das Wappen trage mittig einen goldenen Hirsch, steigend, als Anlehnung an die Gründungsgeschichte des Hauses Norngard und zur Ehren der Göttin Nedra.